Tsunami im Netz: Über die Zukunft des Internet
Bis heute profitiert das Internet vom Glasfaserfieber vor genau zehn Jahren. Damals, mitten im Internet-Hype, begannen Newcomer wie Worldcom und Global Crossing im großen Stil Glasfaserleitungen zu verbuddeln. In wenigen Monaten entstanden gigantische Überkapazitäten, dass die Preise tief in den Keller rutschten.
Wertberichtigungen sorgten für Milliardenverluste in Bilanzen, Anbieter wie Global Crossing mussten sogar Konkurs anmelden. Nahezu kostenlos können sich seitdem Web-Riesen wie Google, Ebay und Amazon auf den abgeschriebenen Infrastrukturen austoben und als Plattform für ihren Siegeszug im Internet nutzen.
Doch der Temporausch wird so nicht weitergehen. Der Preiskampf sorgt dafür, dass die Netzbetreiber deutlich vorsichtiger agieren. Intensiv denken große Konzerne wie die Deutsche Telekom bereits darüber nach, zusätzliche Milliarden nur dann in moderne Internet-Infrastruktur zu investieren, wenn sie eine Dreiklassengesellschaft mit unterschiedlichen Qualitäten und Geschwindigkeiten im Internet durchsetzen können. „Es wird Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen im Internet geben“, heißt es bei der Deutschen Telekom. Soll heißen: Wer künftig schnell im Internet vorankommen will, muss bald höhere Mautgebühren zahlen.
Doch das reicht nach Ansicht von Experten noch nicht aus. „Viele denken, dass die großen Netzbetreiber das Problem schon in den Griff bekommen werden“, sagt Paul Sagan, Vorstandschef beim amerikanischen Web-Dienstleister Akamai. Doch so leicht ist das nicht: Die Telekommunikationskonzerne kontrollieren nicht die Internet-Infrastruktur. „Auf den Fern- und Interkontinentalstrecken kommt kein einziger Netzbetreiber auf einen Marktanteil von über zehn Prozent“, sagt Sagan. „Die meisten der rund 15.000 Netzanbieter schaffen nicht mal ein Prozent.“ Eine schnelle Lösung sei deshalb nicht in Sicht...mehr unter
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Quelle: www.wiwo.de
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